Dorn-Therapie in AG Methodenbeschreibung
Die Dorn-Therapie wurde im Rahmen der AG Methodenbeschreibung der Heilpraktiker-Verbände im Jahr 2025 in eine allgemeine Form zusammengefaßt:
Methode: Wirbelsäulentherapie nach Dorn, Dorn-Therapie, Dorn-Methode
1.1 Bezeichnung
Dorn-Therapie, Dorn-Methode, Wirbelsäulentherapie nach Dorn
1.2 Kurzbeschreibung
DIE DORN-METHODE / DORN-THERAPIE
Die Dorn-Methode/Dorn-Therapie ist eine sanfte Mobilisation von Dysfunktionen.
Es wird in der physiologischen Funktionseinheit, mit sanftem Druck und regulierenden manuellen Techniken therapiert.
Verschiedene Grifftechniken sind im Rahmen der traditionellen europäischen Medizin von Generation zu Generation weitergegeben worden. Dieter Dorn wurde damit bei eigenen akuten Beschwerden im Rücken Anfang der Siebziger Jahre geholfen. Mitte der Neunziger ist dies unter dem Namen Dorn-Methode bekannt geworden.
Die Dorn-Methode hat spezifische Standards. Diese Standards sind: sanft, manuell, präzise, aktiv-assistive Mitarbeit des Patienten, ohne Medikamente, alle Wirbel und Gelenke sind befundbar und behandelbar, ganzheitlich und alle Patienten erhalten Eigenübungen.
Die Dorn-Methode/-Therapie kann von jedem medizinischen/tiermedizinischen Heil- und Fachberufler im Rahmen seines Berufsgesetzes und seines Wissens von Anatomie, Physiologie und Neurologie angewendet werden. Laien können die Eigenübungen im Sinne der Prophylaxe an sich ausführen. Dieter Dorn hat die Wichtigkeit und den gesundheitspflegenden Charakter der Eigenübungen innerhalb der Dorn-Methode betont.
Das Anwendungsgebiet der Dorn-Methode/-Therapie sind primär Beschwerden des Bewegungsapparates oder neuromuskuloskelettalen Systems. Weiterhin können die jeweiligen Heil- und Fachberufler Zusammenhänge zu inneren Organen, Meridianen und deren Funktionskreise und psychosoziale Faktoren mit einbeziehen.
Die Wirkungsweise der Dorn-Methode ist lokal in und um den Gelenken, regional in den neuromuskulären Funktionsketten und ganzheitlich/energetisch/psychosozial zu sehen.
1.3 Geschichte und Verbreitung
Dieter Dorn
Dieter Dorn (geboren am 13. August 1938, gestorben am 19.1.2011) ist der Namensgeber der Dorn-Methode. Er lebte im bayrischen Allgäu in der Nähe von Memmingen und betrieb eine Landwirtschaft und ein Sägewerk. 1973 wurde er von dem Vogtbauern Josef Müller aus einem Nachbarort mit akuten Beschwerden im unteren Rücken erfolgreich behandelt. Seine Neugier auf diese Griffe und Kniffe des alten Bauern war geweckt. So begann Dieter Dorn aus der Erinnerung dieser Eigenerfahrung heraus Menschen zu ertasten und zu behandeln. Dies war der Start der Entwicklung oder Wiederentdeckung dieser Jahrhunderte alten Therapie. In Europa gibt es eine Tradition der Weitergabe von Behandlungsformen in verschiedenen Bereichen wie Kräuterwissen, Knochenrenker, Massagen, etc. Jahrhundertelang haben einzelne für die Gesundheitsförderung in der dörflichen Gemeinschaft und Familie für Mensch und Tier gesorgt.
Anfänglich behandelte Dieter Dorn die Familie und Bekannte, es kamen mit der Zeit Kunden von seinem Sägewerk und Nachbarn dazu bis schließlich fremde Menschen zu ihm kamen, die von seinen Erfolgen gehört und nun Beschwerden hatten und Linderung erhofften. Seine Arbeit verstand er als Anleitung zur Selbsthilfe.
1985 hörte der Orthopäde Dr. med. Thomas Hansen von dem „Laienheiler Dorn“, ließ sich behandeln und förderte daraufhin Dieter Dorn mit Büchern zu Anatomie und Physiologie und organisierte Seminare für Interessierte.
Die Verbreitung der Therapie nach Dorn als eine sanfte Form der Behandlung von Rücken- und Gelenkbeschwerden nahm seinen Lauf bis heute. Heute ist sie weltweit und in ihrem Ursprungsgebiet Süddeutschland natürlich am stärksten verbreitet. Immer mehr Ärzte, Heilpraktiker, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Krankengymnasten, Hebammen und medizinische Masseure wenden Dorn in ihren Praxen an.
1.4 Grundlegendes theoretisches Modell
Die Standards der Dorn-Methode/-Therapie der IGMDT e.V. (Internationale Gesellschaft für medizinische Dorn-Therapie):
Die Dorn-Therapie ist über die folgenden Standards der Anwendung klar definiert:
„Aktiv – Assistiv“
„Alle Wirbel und Gelenke sind befundbar und behandelbar“
„Eigenübungen oder Selbsthilfeübung“
„Ganzheitlich“
„Manuell“
„Ohne Medikament“
„Präzise“
„Sanft“
„Aktiv – Assistiv“:
Patienten arbeiten immer aktiv oder assistiv/unterstützend bei der Dorn-Behandlung mit. Der Patient bewegt mit physiologischen Bewegungen, die von dem Körper eigenständig ausgeführt werden können, die zu behandelnden Strukturen.
„Alle Wirbel und Gelenke sind befundbar und behandelbar“:
Mit der Dorn-Methode und -Therapie können Dysfunktionen aller Wirbel und Gelenke behandelt werden. Die Behandlung erfolgt nach positiver Befundung des Therapeuten unter aktiver/assistiver Mitarbeit des Patienten.
Positive Befunde sind z.B.:
Ein Querfortsatz ist dorsal oder lateral positionsdysfunktionell.
Ein Dornfortsatz ist rechts oder links positionsdysfunktionell.
„Eigenübungen oder Selbsthilfeübung“:
Eine Stärke der Dorn-Methode besteht in der Vergabe der spezifischen Eigenübungen an die Patienten. Jeder Patient erhält Eigenübungen! Dies ist Prophylaxe und Nachbehandlung!
Jedes Gelenk und Wirbel ist potentiell möglich mit einer Eigenübung mittel- und langfristig zu stabilisieren. Die Patienten erhalten die Möglichkeit nach einer Behandlung den Behandlungserfolg zu stabilisieren und andererseits bei neu Auftreten der Beschwerden intervenieren zu können.
Die wichtigsten Eigenübungen im Sinne der Dorn-Methode ist der Ausgleich von funktionellen Beinlängendifferenzen über die Hüft-, Knie- und obere Sprunggelenkseigenübung.
„Ganzheitlich“:
Die Dorn-Methode kann von jedem Therapeuten entsprechend seinem Können und Wissen angewandt werden. Sie kann als einfache Behandlung an den Dorn-, Querfortsätzen und Gelenken zur Tonusregulation von Muskulatur, Faszien und Bindegewebe gesehen werden.
Empirisch beobachtet gibt es auch Zusammenhänge von Wirbel- /Gelenksdysfunktionen auf andere Strukturen und Funktionen des Menschen: von Wirbeln auf innere Organe, Muskel- und Hautareale, Vegetativum, Nerven, Faszien, Muskelketten, Lymphzonen, Bindegewebe, Triggerpoints, Head´sche Zonen, Meridiane und ihre Funktionskreise und psychosoziale Faktoren. Dadurch ergibt sich ein breites therapeutisches sowie diagnostisches Arbeitsfeld für jeden Therapeuten im Rahmen der Dorn-Therapie und entsprechend seiner Ausbildung die Möglichkeit Symptom verursachenden Wirbel und Gelenke zu therapieren.
„Manuell“:
Grundsätzlich wird mit den Händen befundet und behandelt. Dysfunktionen werden mit den Händen präziser ertastet, die Hauptakteure sind die Daumen. Es gibt viele verschiedene Grifftechniken, da jeder Therapeut seine eigene Anatomie berücksichtigt.
Es gibt Therapiehilfsgeräte, die von Therapeuten zur Entspannung für verspannte Rückenmuskeln benutzt werden können.
„Ohne Medikament“:
In der Dorn-Methode und Dorn-Therapie werden keine Medikamente verwendet.
Die Dorn-Therapie kann mit vielen Therapieformen kombiniert werden.
„Präzise“:
Die Dorn-Methode ist eine präzise Therapie!
Bei der Untersuchung tastet der Therapeut anatomisch korrekt an den zu befundenden knöchernen Strukturen in den definierten Ebenen (ventral – dorsal, rechts – links). Kleinste Dysfunktionen von Wirbeln und peripheren Gelenken, die auch Ursache für starke Beschwerden sein können, können bei der DornTherapie ertastet und in dem gesamten physiologischen Funktionsverbund behandelt werden. Ein Therapeut kann sämtliche medizinischen Grundlagen, die er erlernt hat, mit der Dorn-Therapie anwenden. Es werden nur die positiven Befunde behandelt.
„Sanft“:
Die Dorn-Therapie ist sanft in der Ausführung der Befundung, Behandlung und Eigenübungen.
Der Therapeut wird immer die Grenze der Schmerztoleranz des Patienten achten! Spätestens wenn ein Patient während einer Behandlung oder Befundung ausweicht oder mit seiner Mitarbeit aufhört, muss ein Therapeut an seiner Technik wie im Standard „Präzise“ beschrieben arbeiten und seinen Druck verringern. Während der Therapie kann der Patient einen sogenannten „Wohlschmerz“ spüren, der einerseits für den Patienten klar akzeptabel ist oder andererseits vom Patienten als bekanntes Symptom geäußert wird. Es werden keine Impulstechniken angewendet! Der Standard „Aktiv oder Assistiv“ ist immer anzuwenden!
Der Therapeut richtet sich mit seiner Aufmerksamkeit nach den Strukturen und dem gesamten Patienten. Sich genügend Zeit zu nehmen ist ein wichtiger Faktor!
1.5 Methodenspezifische Befunderhebung
„Positionsdiagnostik / Positionsbefundung“:
Die Dorn-Methode ist eine Positionsdiagnostik/-befundung an Knochen und aufgrund positiver Befunde wird behandelt. Diese Positionsbefundung ist ihre Stärke und gleichzeitig ihre Klarheit. Ein positiver Befund ist ein Ausdruck einer bestehenden Dysfunktion in einem Wirbel-/Gelenkbereich. Mit der Behandlung wird eine Verbesserung der Funktion eines Gelenk-/Wirbelbereiches über einen Ausgleich in den Weichteilen (Muskulatur, Bindegewebe, Faszien, Ligamente, Kapsel, Nerven etc.) angestrebt.
Die Hauptarbeit (Befundung und Behandlung) an den Wirbeln erfolgt am Dornfortsatz und Querfortsätze.
Ein positiver Befund lautet beispielsweise ein Dornfortsatz ist rechts/links Positionsdysfunktionell oder ein Querfortsatz ist dorsal/hinten Positionsdysfunktionell. Wirbel werden in der Rotationsdysfunktion, Lateralisationsdysfunktion und Mischformen befundet und gegebenfalls behandelt. Wirbel werden präzise abgezählt, um im Sinne der Ganzheitlichkeit präzise therapieren zu können! Mittelpositionen helfen bei der feinen Befunderhebung.
Bei einer Wirbeldysfunktion sind fast immer positive Befunde an den Dornfortsätzen und/oder Querfortsätzen vorhanden. Bewegungseinschränkungen und Muskelspannungsveränderungen der autochthonen und willkürlichen Muskulatur sind häufig, die jedoch nicht unbedingt vom Patienten wahrgenommen werden müssen. Das Bindegewebe und die Faszien können aufgequollen und der Tonus verändert sein. Öfter gibt es Symptome in den entsprechenden neurologischen Segmenten. Energetische Meridian assoziierte Symptome sind im gesamten Menschen möglich. Durch die Blockade verursachte innere Organbeschwerden und monokausale psychosoziale Symptome sind möglich. Kleinste Dysfunktionen von Wirbeln und Gelenken können größte Beschwerden verursachen.
1.6 Therapiekonzept
Was ist unter einer Dorn´schen Dysfunktion oder einer Wirbelblockade zu verstehen? Die Dorn-Methode behandelt Wirbel und Gelenke mit einer assistiven oder aktiven physiologischen Bewegung um die Ruhestellung durch den Patienten. Die Dorn-Therapie ist eine sanfte Mobilisation von Wirbeln und Gelenken. Es wird die Gesamtheit aller Gewebe und ihres physiologischen Zusammenspiels behandelt.
Die Dorn-Methode nimmt mit einer lokalen Behandlung Einfluss auf alle Gewebe vor Ort wie Knochen, Knorpel, Menisken, Bänder, Kapseln, Muskeln, Nerven, Blutgefäße, Bindegewebe, Faszien. Die Behandlung wirkt regional auf Gewebe wie Muskeln, Faszien und Nerven. Die Ganzheitlichkeit der Dorn-Methode zeigt sich in den ausgleichenden Wirkungen auf innere Organe, das Energiesystem mit der Meridianlehre, Nervensysteme (z.B. vegetatives) und die psychosozialen Symptome. Eine Blockade oder Dorn´sche Dysfunktion tritt meist in mehreren der beschriebenen Bereiche verringernd oder erweiternd auf, jedoch ist eine Abweichung in einzelnen Bereichen nicht immer gleich zusetzen mit einer Existenz einer Blockade.
Welche Funktionen oder Gewebe jeweils bei einem Patienten im Rahmen einer Blockade die aktuell wichtigsten sind eruiert und behandelt der Therapeut.
Mit der Dorn-Therapie werden in der Regel zwei bis fünf Behandlungen benötigt und bei jeder Sitzung erhält der Patient Eigenübungen im Sinne der Selbsthilfe. Die meisten Dorn-Therapeuten nehmen sich für den Patienten 20 Minuten bis eine Stunde Zeit.
Den Patienten wird bei Interesse Befundung, Behandlung und Eigenübungen in verständlicher Sprache erklärt und auch an der Wirbelsäule oder Skelett gezeigt. Ein Patient erhält ein Konzept zur Mitarbeit und für die Zukunft und zu Hause.
Ablauf einer Behandlung:
1. Zuerst befragt der Therapeut den Patienten genau nach seinen Beschwerden seit wann, wo und wie sie aufgetreten sind. Kontraindikation/Gegenanzeigen klärt er ab.
2. Bei jeder Behandlung wird die funktionelle Beinlängendifferenz überprüft, da ausgeglichene Beinlängen wichtig für die mittel- und langfristige Stabilität und Belastungsfähigkeit der Wirbelsäule sind. Steht das Becken als Basis waagerecht kann die Wirbelsäule meist gerade aufgerichtet sein und hat eine stabilere Statik zur Folge. An mindestens einem Bein werden zuerst das Hüft-, dann Knie- und darauf das Sprunggelenk behandelt. Positiv behandelte Gelenke erhält der Patient als Eigenübung.
3. Danach wird mit dem Abtasten/Befunden der Wirbelsäule vom Kreuz- und Steißbein, ISG/SIG, Lendenwirbelsäule und unteren Brustwirbelsäule im Stehen begonnen. Bei positiven Befunden wird anschließend behandelt. Während der Behandlung pendelt der Patient mit einem Bein für die Dynamik der Wirbelsäule.
4. Nun setzt sich der Patient auf einen Hocker, während der Therapeut die mittlere und obere Brustwirbelsäule ertastet/befundet. Bei positiven Befunden wird anschließend behandelt. Während der Behandlung pendelt der Patient mit einem oder zwei Armen für die Dynamik der Brustwirbelsäule.
5. Die Halswirbelsäule wird ebenfalls im Sitzen befundet und bei positivem Befund behandelt. Bei der Behandlung dreht der Patient seinen Kopf fortlaufend nach rechts und links für die Dynamik der Halswirbelsäule.
6. Nach der Behandlung der Wirbelsäule vergibt der Therapeut Eigenübungen für Wirbelsäulenabschnitte, die positiv behandelt wurden und ursächlich für die Beschwerden des Patienten waren.
7. Nach der Behandlung der Wirbelsäule können je nach Beschwerdebild noch dysfunktionelle Gelenke an Armen, Finger, Zehen, Kiefergelenk oder Rippen befundet und behandelt werden.
Die Behandlungsreihenfolge wird individuell an den Patienten angepasst.
Durchführung der Eigenübungen:
Periphere Gelenke werden beschwerdefrei gebeugt und mit Druck der knöchernen Gelenkspartner wieder in die Nullstellung aktiv bewegt. Während der Eigenübungen an der Wirbelsäule kann auch ein „Wohlschmerz“ auftreten.
Die Eigenübungen sollen zwischen 2 bis 6 Wochen zur Stabilisierung durchgeführt werden und, wenn Beschwerden erneut auftreten, frühzeitig wieder begonnen werden. Wenn diese Übungen nicht innerhalb von Tagen helfen, sollte der Patient nochmals beim Therapeuten zur Überprüfung der Eigenübungen und der Wirbelsäule vorstellig werden.
„Dokumentation“:
Die Dokumentation ist bei jeder Therapie ein wichtiger Bestandteil. Es wird die Anamnese, Befunde und Behandlungen notiert.
Die Dokumentation ist gesetzlich verpflichtend, aber sie ermöglicht auch gegenüber dem Patienten den Therapieverlauf aufzeigen und kommunizieren zu können.
Ein weiterer Aspekt ist es bei jedem einzelnen Patienten tiefergehende Ursachenanalyse vom ersten bis zum letzten Behandlungstermin zu betreiben. Für die Weiterentwicklung der Therapie können über viele Daten und Patienten allgemeingültigen Zusammenhängen erforscht werden.
Die Dokumentation kann handschriftlich oder digital festgehalten werden.
Auf dem Dokumentationsblatt müssen auf jeden Fall folgende Punkte aufgeschrieben sein:
– die Länge der ausgeglichenen funktionellen Beinverlängerungen links und rechts
– die behandelten Wirbel einzeln notiert mit der Information ob rechts/links positiv
– ob bei den Wirbeln Dorn- und/oder Querfortsatz behandelt wurden
– die Wirbel müssen vom Steißbein bis zum Atlas aufgezählt sein
– die an Patienten vergebenen Eigenübungen
– die behandelten peripheren Gelenke
– der Symptomprovokationstest
1.7 Risikoprofil
Die Dorn-Therapie fällt unter das Risikocluster 7.1.4 – siehe Anlage – und zählt dabei zu den besonders sanften Methoden. Das Risiko ist durch die besonders sanfte Befundungs- und Behandlungstechniken der Dorn-Methode entsprechend gering einzustufen.
1.8 Methodenspezifische Kontraindikationen und Grenzen
Kontraindikationen der Dorn-Therapie/-Methode der IGMDT e.V.
Es gilt die Absoluten und Relativen Kontraindikationen zu unterscheiden. Die Absoluten Kontraindikationen sind klare Gegenanzeigen gegen jegliche Intervention mit der Dorn-Therapie. Sollten Relative Kontraindikationen vorliegen, bedürfen sie einer differenzierten Betrachtung des Patienten und dürfen nur bei ausreichender Erfahrung des Therapeuten durchgeführt werden.
Absolute Kontraindikationen:
+ Infektionen gemäß Infektionsschutzgesetz
+ Notfallmedizinische Zustände
Relative Kontraindikationen:
+ Fraktur im Behandlungsbereich
+ Frische OP im Behandlungsbereich
+ Offene Wunde im Behandlungsbereich
+ Entzündliche Prozesse im Behandlungsbereich
+ Ungeklärter akuter Ausfall/Abschwächung von Muskelfunktionen
+ Erhöhte Blutungsneigung im Behandlungsbereich
+ Tumor / Metastasen im Behandlungsbereich
+ Erhöhte Frakturgefahr im Behandlungsbereich
+ Nerven- oder Nervenwurzelschädigungen im Behandlungsbereich
+ Bei Komplikationsschwangerschaft Behandlung von LWS und Kreuzbein
1.9 Methodenspezifische Ressourcen
Intensive Anamnesen führen den Therapeuten zu verschiedenen Systemen, in denen er/sie therapieren und tätig sein kann.
Ein ganzheitliches Verständnis von Ursachen und Wirkungen im Menschen und die Vielfältigkeit des Menschen zu beachten ist die Grundhaltung eines Dorn-Therapeuten.
a) Kenntnisse
Systeme und Wissen, die die Anwendung der Dorn-Therapie vervollständigen können:
+ Biomechanik der Gelenke und Bandstrukturen, Muskel- und Faszienketten
+ Statik des Menschen mit seinem Diaphragmen-System und die Innervationszuordnungen
+ Neurologie mit den segmentalen Innervationen zu Dermatomen und Myotomen und die vegetative Innervationen des gesamten Menschen
+ Viszerale Zusammenhänge über die Empirie nach Dieter Dorn ein Wirbel zu einem Organ
+ Viszerale Zusammenhänge über die vegetative Innervation von Sympathikus und Parasympathikus
+ Energetik der Meridiane im Rahmen der Meridian-Lehre
+ psychische Faktoren, die in Geweben eingelagert sein können und bei der Behandlung herausgearbeitet werden können. Weiterhin Zusammenhänge die auf den gesamten Menschen Einfluß haben im Sinne der Haltung und psychischen Verfassung.
+ Wissen über die physiologische senso-motorische Entwicklung des Säuglings bis zur Vollendung der kindlichen Entwicklung und deren Abweichungen bzw. pathologischen Entwicklungsschritte.
b) Fertigkeiten
+ Palpation von knöchernen Strukturen an Wirbeln und peripheren Gelenken
+ Palpation des Widerstandes und Bewegungsverhaltens der knöchernen Gelenkstrukturen in Quantität und Qualität
+ Palpation des Tonus von Muskulatur, Bindegewebe, Faszien, Haut
+ Positionsdiagnostik der knöchernen Gelenkstrukturen im Seitenvergleich
+ Zusammenarbeit mit dem Patienten bei Diagnostik und Therapie
+ Unterstützung und Motivation der Patienten beim Regenerationsprozess mitzuwirken
+ Anleitung/Begleitung der Patienten mit ergonomischen und psychosozialen Änderungsvorschlägen
+ Übertragung der Eigenverantwortung für die eigene Gesundheit
c) Haltungen
+ Empathie, Wertschätzung und Zugewandtheit gegenüber dem Patienten
+ Wertschätzung und Integration anderer Therapieformen
+ der Therapeut hat Freude an seiner Tätigkeit
1.10 Positionierung
Die Dorn-Therapie/-Methode ist deutlich von passiven manuellen Therapien abzugrenzen. Der Patient wirkt assistiv aktiv bei der Therapie mit und bestimmt bei der Behandlung Bewegungsausmaß und -geschwindigkeit in für ihn angenehmer Weise. Der Patient wird in seiner Eigenwahrnehmung gestärkt und unterstützt. Dies wird durch die Vergabe von spezifischen Eigenübungen erreicht. Die Patienten erhalten ein Konzept zur Mitarbeit und für die Zukunft.
Das Konzept der Dorn-Therapie besteht zu jeweils gleich wichtigen Teilen aus:
1. Präzise Technik der Befundung und Behandlung
2. Wissen der vielfältigen Zusammenhänge und Ganzheitlichkeit
3. Durchführung der Eigenübungen durch den Patienten
1.11 Umfang und Gliederung der Methoden-Schulung
Die Ausbildung / Methodenschulung erfolgt in Form von mehreren Seminaren.
Die Mindeststandards von Dorn-Methode/-Therapie -Seminaren und Seminarreferenten werden im Rahmen der IGMDT organisiert. Ein Skript auf Grundlage des Curriculums der IGMDT und der Dorn-Therapie-Standards wird an die TeilnehmerInnen ausgeteilt. Die Seminare und Referent/in werden mit Fragebögen durch die Teilnehmer evaluiert.
Die Ausbildungsseminare sind folgend gegliedert:
„Dorn-Methode/-Therapie“ – Seminar 20 Lernstunden
„Dorn-Methode/-Therapie“ – Aufbau-Seminar 20 Lernstunden
„Dorn-Therapie und Meridian-Lehre“ – Seminare 2 x 20 Lernstunden
„Atlas und Dorn-Therapie“ – Seminar 20 Lernstunden
„Sakrum-Becken und Dorn-Therapie“ – Seminar 10 Lernstunden
„Dorn-Therapie und Pädiatrie“ – Seminar 14 Lernstunden
„Dorn-Methode/-Therapie“ – Refresher-Seminar 10 Lernstunden
Plus Stunden für das Eigenstudium und Nachbereitung der Seminare.
1.12 Mindestanforderungen an Bildungsanbieter
Der Referent ist ein medizinischer oder tiermedizinischer Heil- oder Fachberufler und hat die Dorn-Methode mindestens 4 Jahre regelmäßig in der Praxis angewendet. Mindestens 2 verschiedene Seminarassistenzen sind erforderlich als Erfahrung. Eine aktuelle therapeutische Tätigkeit und Berufsalltag ist vorhanden.